Zürichnovember

by ikreidler

Zürich backstage. Code K666. Wie alles in der Schweiz präzise eingerichtet. Das Surplus hier ein Wandregal mit fünfhundert Videocassetten nebst dickem Fernseher und Videoplayer. Konzertfilme, Clips, Musikdokumentationen; Elvis, Motown, The Jam, Ginger Baker in Africa. Als erstes schieben wir Add N to (x) Promotapes ein, dann Black Sabbath, der 1978er Konzertfilm Never Say Die, leider nur mit dem Titelsong aus dem gleichnamigen Album. Alex meint, all das konnten The Who besser, weil mit Intelligenz und ohne Tumbheit. Iommi sehe aus wie ein britischer Seefahrer-Daddy. Ich widerspreche prinzipiell, aber auf diesen Auftritt trifft das schon zu. Osbourne ein aufgeblasener Fisch, der Geezer Butlers Texte mühsam trifft. Was einst düster, böse und Tritonus war ist hier punkrockender Hardrock. Okay, aber inspirationsfrei. Bis zu unserem Auftritt schauen wir The Kids are Alright und Alex erzählt mir das ganze künstlerische Leiden des Gustav Metzger Schülers Pete Townsend.

Ein Nachmitternachtskonzert verlangt ganz andere Aufmerksamkeiten. De Groove you spezial. Das Publikum sagt: meine Ohren sind müde, meine Glieder fordern Bewegung. Das Exil ist ein knackiger schwarzer Club, der Sound kompakt. Backstage ist nur durch die Masse erreichbar. Aber die Masse will mehr. Wir verdunkeln uns kurz auf der Bühne und spielen dann Gremlin Rules, Doom Boys, das Detlef in ein schillerndes Acid Coda überführt, und zum dritten Mal überhaupt Teatime. “Züüüürich!” ruft Detlef.

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