Nurembergdezember

by ikreidler

Das K4 liegt in einem Prachtbau, der irgendwann in den 1960ern einem Parkhaus weichen sollte. Meinte die Stadt. Einige engagierte Bürger der Stadt sahen das anderes und besetzten das Haus. Jahrzehntelang. Irgendwann wollte die Stadt an sich das Haus für sich zurück. Die engagierten Bürger der Stadt durften ihr Programm in einem Teil des Gebäudes weiter fahren, die Stadt an sich pflanzte beispielsweise eine Touristeninformation hinein. Der Name des K4 ändert sich seitdem regelmässig; aus einem uns nicht erklärbaren Grund.

Unsere Vorgruppe heisst AU. Ich vermute aus Augsburg. Nein, sagt der Mischer, sie sprechen Englisch. Dann vielleicht Auckland? Tatsächlich kommen sie aus Portland, Oregano, und sprechen Latein, junger Mann! AU steht für Aurum, Gold. Sie sind zu zweit und sehr nett, heissen Luke und Dana, benutzen Thomas Schlagzeug und einen Haufen Elektronikkram. Ihre Musik ist so ziemlich genau das Gegenteil von Kreidler. Sagt Alex. Sie nennen es Folk. Aber von dieser Spinner-Abteilung, irgendwo zwischen Henry Darger, Mähdrescher und allem Anderen. Schon cool, irgendwie.

Am coolsten aber das Nürnberger Publikum. Es regnet in der Stadt, es ist ungemütlich, und doch sind sie da. Und wie. Eat your heart out, Cologne.

Der Backstagebereich ist etwa 347 Meter von der Bühne entfernt. Durch die Zuschauer durch und dann einen Höhenunterschied von geschätzten 297 Metern überbrücken. Nach oben. Im Laufe des Abends haben unsere Waden bajuwarischen Umfang angenommen: Soundcheck (Parterre), Abendessen (Keller!) Toilettengang (Zwischengedeck). Wir verlassen also die Bühne nicht vor der Zugabe, sondern spielen einfach weiter. Das Publikum entlässt uns nach einem ziemlich improvisierten Teatime und stürmt den Fanartikelstand. Seit Köln spielt Alex übrigens im Stück Mars Gitarre.

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