Hibernatus

by ikreidler

Klaus Dinger pflegte die Wintermonate zu ruhen. Die künstlerische Produktion begann wieder im Frühjahr. Es gab für ihn magische Momente, wie Mayday, die Nacht zum ersten Mai – im Winter aber nicht. Natürlich griff er mal zur Gitarre, natürlich hörte er Musik. Aber die kalte Jahreszeit gehörte ansonsten der Administration.

Die Steuern erklären, Abrechnungen nachhalten, Tagebucheintragungen vervollständigen. Was über das Jahr liegengeblieben war.

Von den Winterschläfern lernen, die Flora beobachten: im Winter sterben die Leute den Eistod. Kälte, die im Sommer inspirieren kann, bewirkt nun nur Schneestarre. Knochenbrüche, Zauberberg, Nadelwald. Der Blick wird zwar geschärft, aber der Bart wächst: Snowblind. Verwirrung allenthalben.

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