Wider die Natur

by ikreidler

Wieder die Natur. Wir sind ja keine ängstliche Band. Das gehört sich auch nicht als Künstler. Neugier tötete die Katze – aber das hatte weder Yves Klein, noch Fichte, noch Foucault gestoppt. Als wir im Hotel am Fuße des Monte Vesuvio in  mephistophelischen Schwefeldämpfen dahindämmerten, als wir der Einladung nach Südostasien in die Hochburgen der Schleichkatzen- und Hufeisennasengrippe folgten, als wir Gewehr bei Fuß standen für den Abflug nach Tel Aviv.

Aber jetzt. Ein Vulkan brach also aus. Im fernen Garðarsholmur. Und spuckt und spuckt und spuckt bis der Luftverkehr nach Instrumentenflugregeln über Europa eingestellt wird. Was will Eyjafjallajökull? Aeroplanen dürfen nicht abheben, Autobahnen sind verstopft, ICEs so überfüllt, dass sie während der Fahrt Türen verlieren, selbst die Kanzlerin muss nun auf einem gepanzerten Fahrrad von Bozen zurück in die Heimat radeln. Was ist da schon eine iKreidler–iPhone–Probe, angesetzt im Spreeblick Studio; zumal wir uns vor einer Woche bereits in Bilk getroffen hatten.

Entspannung überall. Gelassene FDP Politiker, die am Flughafen Zürich festsitzen, Hochzeitsreisende in Hamburg, die nun doch gerne das sonnige Helgoland gegen Rimini („Trinkgeldbetrüger!”) tauschen, ein Geburtenrekord in 10 Monaten, weil sich auf den Feldbetten in den Abflughallen doch alle etwas näher kommen. Man kann ja auch auf niemanden wirklich böse sein.

Zumindest bis Al Gore nachgewiesen haben wird, dass die Eruption in Folge der vertanenen Chance von Stockholm stünde, vulgo der Chinese, bis das Suðurlandzé Dagblaðið davon spricht, wie die Natur sich gegen die geplante Umgehungsstraße wehren würde, oder der geliebte Freund und Wahlisländer Wolfgang Müller das als späten Protest der Elfen gegen den Raub der  Björk Guðmundsdóttir durch den Sanfranziskaner Matthew Barney deutet. „Habt Ihr Westamerikaner keine eigenen Prinzessinnen?”

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