Düsseldorfmai

by ikreidler

Der Flohmarkt wand sich übersichtlich um einen kleinen Spielplatz. Die Ausbeute blieb entsprechend überschaubar, die örtliche Preisgestaltung fair zu nennen, wäre allerdings weit untertrieben:

Detlef

Trilok Gurtu: Usfret (CMP 1988) € 1.67

Joachim Kühn: Hip Elegy (MPS/Delta 1976) € 1.67

Michael Almereyda: Nadja DVD € 4.–

Nicolas Roeg: Der Mann der vom Himmel fiel DVD € 4.–

Aschenbrödelschloß € 8.–

Andreas

Karajan & Berliner Symphoniker: Paul Hindemith – Mathis der Maler / Béla Bartók – Musik für Saiteninstrumente/ Schlagzeug und Celesta (Columbia) € 0.83

Jean Martinon & Orchestre National de L’ O.R.T.F.: Aram Khatchaturian – Konzert für Flöte und Orchester (RCA, 1977) € 0.83

Jean-Luc Ponty: Cosmic Messenger (Atlantic, 1977) € 1.66

Gidon Kremer & Andrej Gawrilow: Dmitri Schostakowitsch – Sonate für Violine & Klavier op. 134 / Alfred Schnittke – Preludo in memoriam Dmitri Schostakowitsch für Violine solo und Tonband, Aufnahmen Moskau Dezember 1976 (Melodia Eurodisc) € 0.83

Bernard Haitink & Concertgebouw Orchestra, Julia Varády, Dietrich Fischer-Dieskau: Dmitri Shostakovich – Symphony No.14  € 0.83 (Decca, 1981)

Jan Akkerman & Claus Ogerman with Symphony Orchestra: Aranjuez  (CBS, 1978) € 0.83

Peter Roggenkamp: Paul Hindemith – Ludus Tonalis (Collector Series, 1974) € 0.83

Eine Handvoll Lego (inklusive schwarzer Krake) € 2.–

In der Wohnung begrüsst uns die Nachbarin mit Oboenspiel. Dafür hat sie sich an der Wand zu Detlefs Arbeitsraum – für das verlängerte Wochenende meine Ruhestatt – positioniert. Die nächsten Tage werde ich lernen, was man unter Langzeituntersuchung versteht. Detlef erklärt, die musikalische Hausbewohnerin unterbreche ihr Spiel nur durch vereinzelte, der Unvollkommenheit des menschlichen Organismus geschuldete Schlafpausen, Nahrungssuchen und Hygienegänge.

Ich packe Ponty (Etheral) in meinen Edition Dial–Plattensack für die Lange Nacht im Salon des Amateurs. Wir schleppen Schallplatten und iPhones (Miniklingekabel, Netzteil, einmal Wildschweinlederhülle, einmal Krokodil) die Treppen hinunter, der spanische Taxifahrer bittet um Nachsicht, er wisse nicht, wo das NRW-Forum sei. „¡¡GeSoLei!!” schreien wir unisono, zücken im Bruchteil einer Sekunde unsere Mobilgeräte, mit einem Klick öffne ich das Adressbuch, tippe L für Lippert, dann auf den Reiter Arbeit, während Detlef direkt Safari gewählt hat, GPRS und WLAN Kopf an Kopf, noch bevor unser Chauffeur seinen Mund geschlossen hat, fuchteln wir ihm zweimal  die Invention of the Year (Time Magazine, Oktober 2007) unter der Nase herum: „¡¡kürzeste Fahrtroute! Und los!!”.

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