Düsseldorfmai (Teil 2)

by ikreidler

Ein krasser Distinktionsfehler ist mir unterlaufen. Für den Soundcheck war mir nach Hemd und Lederkrawatte; nun vor der Kamera neben Thomas im Aufnahmestudio Ost sitzend beschleicht mich beim Blick in den Teleprompter die Ahnung, dass weißer Gucci-Rollkragen zu Dries van Noten-Anzug doch die falsche Wahl war; die Kombination erweist sich ohne Zigarette in der Hand zwar als Bühnenkonform, aber nur als bedingt Talkshow-tauglich. Nonchalant sehe ich über mich selbst hinweg, einige mich mit der Moderatorin auf Throbbing Gristle und empfehle Feile, Taschenlampe und Wasserwaage als beste Apps zur Musikproduktion.

Im Anschluss mache ich einen ausgiebigen Schlenker durch die Mapplethorpe Räume. Tulpen und Narzissen. Was soll man dazu sagen, über alle Kritik erhabenes Schwarzweiß und selbst in unseren Mittelalterlichen Zeiten noch zu sexy für die Postershops.

Hoch ins Aufnahmestudio West, Klinken in den Submixer, Begrüssung der Zuhörer in Curtis, und schon gehts los. Kreidlers Rhythm’n’Sound-Abteilung bevorzugt die sitzende Position, die Melodie steht wie eine Eins, auf uns ruht eine Testbild-Projektion. Dass wir dadurch wie Adam & The Ants aussehen, lassen wir als Verbeugung vor Malcolm McLaren gelten.

Setliste:

1 New Earth (125bpm, 10min)

2 Shock (100bpm, 9min)

3 Tong (101bpm, 2min)

4 Weeny (103bpm, 9min)

Dank an das nette Publikum, das sich vor Ort mit den digitalen Strömen um den gesamten Globus vereinigt hatte. Detlef und ich eilen in die Diskothek, wo bereits die Prominenz aus Malerei, Mode und Schattenwelt wartet. Die Gegenseite strich Verluste ein, der Sonntag ab 7 Uhr morgens gehörte dann der Rekreation.

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