Freund Hain (and Other Lovers)

by ikreidler

Kurz nach sechs trudelten die ersten Meldungen von Detlef auf meiner Facebookseite ein. Er hatte gerade das schwere schmiedeeiserne Gitter vorm Salon des Amateurs ins Schloss fallengelassen, während ich den Tonarm aus der Auslaufrille von „Spank Spank” hob. Wir schienen um die gleiche Zeit Feierabend zu haben, er im Rheinland, ich in der Hauptstadt. Ich erfuhr davon etwas später, denn im lab.oratory hatte ich alles, Wannen, Ketten und die weiße Kreditkarte für freie Drinks, aber keinen Empfang.

Detlef hatte Plattenpremiere in Düsseldorf, sein Soloalbum namens Tolouse Low Trax – Mask Talk ist auf Karaoke Kalk erschienen; seine Nacht war wesentlich länger als die meine. Er hatte seinen Liveact auf 23 Uhr angesetzt, zu dem Zeitpunkt sass ich noch beim Dinner. Allerdings mußte ich um sechs Uhr früh noch die Etagen wechseln; in der Panoramabar spielte Trevor Jackson ein Final Scratch-Set. mein Auftrag lautete, bringe ihm Vinyl – und zwar die Kreidler Impressions d’ Afrique Maxi – wie zuvor schon Andre, dem Meister des Berghains, und Annie, Kategorien: DJ | Popmusiker | Norweger | Geboren 1977 | Frau. Trevor hatte sich letzten Winter in London als Kreidler-Komplettist offenbart, dem nach Vinyl dürstete.

Dreierlei aber hatte ich in dieser Nacht verpasst, Jan Kedves Handbag-Houseset, das Wiedersehen mit Daniel Miller, einem Freund der Band seit der allerersten Stunde (er war krankheitsbedingt ferngeblieben) und ein Aufeinandertreffen mit Lady Gaga, die sich rund 16 Stunden später hinterm DJ-Pult im lab.oratory für ein nichtweitererwähnenswertes Blatt ablichten ließ.

Viererlei: denn als mir um 8 Uhr morgens Trevors Laptop-Set doch zu itunes-playlistig wurde, wollte ich nicht länger auf das oft besungene Öffnen der Rollläden warten. Ich schulterte mein Plattenbündel, paradierte die Stege hinunter, gab die weiße Kreditkarte an der Kasse ab und startete den Volvo. Dem Vogelgezwitscher entgegen.

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