WM-Bar

by ikreidler

Die Band, Detlef, Thomas und Andreas im Sport-Modus. Fußballgucken im Diener. Zu Wurstbrot und Berliner Bier. Soviel zu unserem heutigen Fitnessprogramm.

1998 wandelte Thomas noch auf den Pfaden von Kraftwerk. Im Gepäckfach des Nightliners hatte er sein Rennrad verstaut, und ließ sich dann beispielsweise um 6 Uhr morgens vor Wien abwerfen und radelte einsam an der Spitze der Équipe in die erwachende Stadt ein. Zur weiteren Leibesertüchtigung hatte Jutta uns eine PIAS-Frisbeescheibe mitgegeben; das Label von seiner generösen Seite: »selbst wenn ihr noch Abrechnungen kriegen würdet«, sagte mir später eine ehemalige Mitarbeiterin, »sei Dir sicher, sie wären falsch« – zu Ungunsten des Künstlers selbstredend.

Zwei Jahre später, die Mnemorex-Tour, und endlich ist ein Fußball mit von der Partie. Stefan Schneider, Fortuna 95 Mitglied seit ’72, war lange nicht mehr dabei, Alex, in Californien aufgewachsen, interessierte sich natürlich nur für die Welle; und Detlef ist sowieso Typ Ernst Happel: am Seitenaus stehend zündet er sich an der verglimmenden Asche der Zigarette eine neue an. LP, wie Mark von Schlegell schreibt, Lung Protectors.

Also droschen Thomas und ich auf dem Clubparkplatz den Ball hin und her. Hin und her. Und hin und her. Immerhin konnten wir so die Gefahr verletzungsbedingter Ausfälle gen Null reduzieren. Der Beinmuskelkater am nächsten Tag brachte uns aber zur Räson.

Ohne Training geht es nicht, und Zigaretterauchen, Biertrinken und heimlich Streuselkuchen essen ist der Form nicht nur abträglich, sondern führt – wie ein Beispiel aus dem richtigen Leben neulich erst bewies – unweigerlich zum Abstieg: so durfte Italic-Chef Marc Knauer im ICE-Speisewagen genau dieses Verhalten bei den Jungspunden des Vfl Bochum beobachten. Schluss mit herrlich. Nichts mit Rock’n Roll.

Fußballgucken im Diener also. Und zum Vier-zu-Null schmeisst Frau Wirtin eine Lokalrunde. Das ist Rock’n Roll.

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