Fest der vielen Sinne

by ikreidler

Drei Tage Krach. Wir haben uns in Kreuzberg verbarrikadiert. Im Festsaal, einer Lokalität zweifacher Schönheit, der klassischen und der romantischen – um hier mal Robert M. Pirsigs bebartete Motorradmänner-Heilkunde für nachdenkliche Jugendliche aufzunehmen: klassisch, alles funktional, an seinem Ort; romantisch, das Licht, der Vorhang, der Wandelgang und die rote Wand – rot, wo wir Unterstützung im revolutionären Sowjetrussisch finden: die bezaubernde красавица und die schwimmenden Rotgardisten красноФлотец.

Der Festsaal ist ein Ort, der auch zur Mittagszeit Charmanz versprüht, was erwähnenswert, weil ungewöhnlich ist, da einem die meisten Musikclubs bei Tageslicht in abgerockter Rohheit erschrecken, von Gebäude 9 bis Hafenklang.

Unser Kontrakt lautet folgendermaßen: wir können den Raum drei Tage von 12 bis 10pm nutzen, bezahlen P.A., Techniker und eine Maintenancepauschale; zum Abschluss, am letzten Abend, werden wir ein Konzert spielen. Schnell entschließen wir uns, dafür keinen Eintritt zu nehmen. So steht es auf dem Programmzettel des Festsaals und in den einschlägigen Foren und Netzwerken – für aktive Pressearbeit war der Termin zu kurzfristig anberaumt.

Verwirrte Anrufer bei den Telefondamen im Bürotrakt des Festsaals: “Wie, Eintritt frei?” “Warum denn umsonst?” Eine Werbeveranstaltung der Charlottenburger Dianetiker wird vermutet; wir tragen Albert Einstein auf Halbmast und nutzen 12 Prozent unserer Gehirnkapazität. Trick or treat?!

Just a treat, Baby!

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