Tag 2

by ikreidler

Ungeduzt, geduscht und dennoch ausbuht.

Schallgeschädigt, ent-täuscht und zweifelnd war um einundzwanzig Uhr Feierabend gewesen. Und ebenso vergeht die bessere Hälfte des zweiten Tages. Nichts als Krach auf der Bandmaschine.

Alex, Thomas und ich spielen Progressiverock zwischen Van der Graaf Generator und The Fall. Offensichtlich ohne Peter Hammill, ohne Mark E. Smith. Detlef nimmt sich eine Time-out auf der Ledercouch. Samstagsfrüh, sehr früh, hatte er im About blank gespielt. Und seitdem konnte er nicht zu alter Form zurück finden, Berliner Nächte fordern ihr Tribut.

Doch von unten hörte er plötzlich ganz andere Dinge.

Wo auf der Bühne das Schlagzeug alles gnadenlos zuknüppelte, und der leere Saal uns das noch doppelt zurückschallte, regierte vor der Bühne der Swing. Und nun wurde alles anders. Wir hören die Bänder erneut und entdeckten Schönheit. Die Konzentration ist zurück, und wo eben noch Bandenkrieg herrschte, entstehen Songs; sechs sieben acht neue Stücke.

Vor zweiundzwanzig Uhr verlässt heute keiner freiwillig den Festsaal.

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