Paul (zwei mal)

by ikreidler

Paul Sietsema hat die kleine Ausstellung in Micky Schuberts verlassenen Räumen kuratiert; seine eigene Arbeit war mit Verlaub die schwächste, ein Telefon, eine Nummer, ein paar Worte. Die kleine Projektion von Erika Vogt hingegen war äusserst gut, Barry Macgregor Johnstons Raum auch: er zeigte Papierarbeiten, die gleich seinem Vortragen ein Anschwellen von Zeichen, Worten, Sätzen waren – man könnte sagen, die Punkrock-Ausgabe von Ferdinand Kriwet, wäre Kriwet selbst nicht schon Punkrock.

Ein paar Tage später im Schinkelpavillon zeigte Sietsema, dass er es besser kann. Ein zu Film verabeiteter Vortrag, verschnitten mit schwarzweiss Aufnahmen von seinem leer geräumten Arbeitstisch, Kratzspuren, Flecken, Farbränder, Risse – Bilder, Malerei eben. Der Projektor im Raum mit seinem Endlosschleifenaufbau, das Surren des Filmbandes, das leicht zittrige, ausgefranzte Bild markierte – verglichen mit einer DVD Rückprojektion – genau den Unterschied zwischen echt und so-tun-als-ob.

So wie wir eine Kreidler Veröffentlichung immer erst glauben, wenn wir das Vinyl in der Hand halten.

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