Dato (Spike)

by ikreidler

»I’ve got a message for you:

Sunshine, sunshine reggae!«

(Laidback, Sunshine reggae)

Dato wäre Spike Künstler Nummer vier gewesen. Heute skypt er aus Mediterranien. Er zeigt neue Fotos. Sommer. Sonne. Beachparty. Harmony and Korine! Dato ist Mr. Salome Machaidze. Ehegatte der in Berlin lebenden Filmemacherin.

Mit einem Diplom in Hydro-Ökologie in der Tasche machte er 2005 seinen Abschluss als Fotojournalist. Während seiner Studienzeit hatte er hinter der Theke des Lift gejobbt, jenes Off-space, den Gio (Spike) mit gegründet hatte; das Lift präsentierte sich nach aussen zwar Kunstraum, fasste diesen Begriff aber relativ weit, und funktionierte defacto eher als Club, als illegaler Club, weil ohne Konzession. Natürlich wurde es innerhalb kürzester Zeit von der Staatsgewalt geschlossen. Dato hatte bis dahin die Partygäste portraitiert, fotografiert; sein nächstes Sujet waren Skater  – von denen es in Mediterranien ein knappes Dutzend gibt; dann Nacktbadende, melancholische Reservisten und so weiter: Kids. Freuden der Jugend.

Seine Bilder sind wie gefrorene Filme. Keine Stills, denn sie gehen weiter, sie erzählen Geschichten, es sind kleine Essays. Man weiss, dass es sich um den Schuss durch ein Objektiv handelt, aber bei vielen Fotografien hat man das Gefühl, dass Dato Meskhi eins geworden ist mit seinem Subjekt. Man spürt ein liebevolles Auge. Sein fotografischer Blick traf sofort einen Nerv, und so veröffentlichte er in den Cafétable-Magazinen aus Mediterranien, ანაბეჭდი oder ცხელი შოკოლადი, aber auch im Berliner Lodown, dem Pariser Tell Mum Everything Is OK oder im Outlook Magazine aus Shanghai. Parallel stellte er regelmässig in Kunsträumen aus; dass man dabei zwischen freien und angewandten Werken keine Grenze zu ziehen braucht, haben wir ja von Wolfgang Tillmans gelernt. In ein paar Wochen wird Micky Schubert seine Arbeiten in einer Einzelausstellung zeigen.

Knacks, Knister, Rauschen. Das Bild steht, eingefroren, Still. Skype hat sich aufgehängt.

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