Daniel (drei Fragezeichen)

by ikreidler

»Früher galt es in Hamburg als schicklich dass derjenige, der viel Geld hat, es nicht zeigt. Inzwischen wird in Hamburg genau so angegeben wie in Düsseldorf.«

(Ole von Beust, CDU, Erster Bürgermeister von Hamburg)

Der Theatermonat klingt standesgemäss aus. Burgtheater. Salzburg. Hohensalzburg. Max Reinhardt Platz. Die Stätte geraten mir durcheinander. Dazu spielt ein Bühnenkulissengematsche von Daniel Richter. Ich denke, der alte Kommunarde wundert sich auch manchmal, wie das so geht. Und lacht sich in die geballte Faust. Und Alfred Sohn-Rethel kichert mit. Bargeld lacht sowieso. Mal schnell alles mitnehmen, bei Bolle einkaufen gehen, dem Kapitalismus ordentlich einen vorführen. Und unter tatsächlich jedem einzelnen Bild prangt fett immer der gleiche Name, der Name des Vaters. Zum Anklicken: und gleich online im Webshop den Warenkorb füllen. Kulissen, die nichts anderes sein wollen, als eben Kulissen. Man könnte sagen, ziemlich schlecht gemacht. Ziemlich schlecht gemalt. Könnte man. Aber vielleicht geht es genau darum. Und, wie jeder Salzburgbesucher feststellen darf: der Salzburger an sich ist sehr höflich. Und wenn der Vater sagt, das ist es aber jetzt, dann gibt es auch keinen Grund, daran zu zweifeln.

Übrigens, habe ich das schon erwähnt?: der Salzburger an sich ist sehr höflich. Nicht unbedingt nett. Aber immerhin höflich. Und im innerstädtischen Bereich auch kulturell interessiert. Irgendwie. Durchaus.

Jonathan Meese, bitte übernehmen Sie.

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