Tag 1

by ikreidler

Tobias und Johannes sind schon eifrig am Mikrophonieren, als Alex und ich aufschlagen. Wir sind ohne unnötigen Zwischenstopp in eineinhalb Stunden durch die Mark von Brandenburg gerauscht – in gediegener Holzambiente, die uns an den Metropolitan erinnerte, jenes legendäre Sackgassenmodell der Bahn, morgens nonstop Köln-Düsseldorf-Essen-Hamburg und abends zurück: jeder Generation ihren Trans Europa Express.

Wir setzen uns erstmal ins Offene und trinken einen Kaffee. Zurück in der Hansestadt. In der Stadt der schönen Oberfläche und der leichten Brise. Wir fremdeln etwas. Zwischen Staunen und ehrfürchtiger Erschöpfung betrachten wir die faltenlose Gepflegtheit um uns herum. Es fühlt sich hier zumindest wie Dänemark an.

Man geht zu Mittag, ein knautschiger Lederköter bleckt lautstark ein pudeliges Etwas an und nickt dann respektvoll einem orientierungslos vorbeiziehenden, nach Alkohol und Nächte auf der Straße riechenden Menschen zu. Draussen nur Kännchen.

Da klingelt das Telefon: die Rheinländer stehen vor Hamburg! Thomas und Detlef reisen individuell im Eigenfahrobjekt an. Berge von Elektronika vor allem aber das üppige Schlagwerk wollen transportiert werden.

Wir steigen hinab ins Untergeschoss und breiten uns aus. Die E-Musik Abteilung zerkratzt mit ihrem Gerätepark ganzflächig Tobias transparenten Flügel, Marke Udo Jürgens. Die Mikrophonierung der zusätzlichen Toms wird unser Zeitfenster ziemlich dehnen. Und die iPhone-Sounds, die jetzt über die Einzelausgänge der Mpc doch ziemlich 4-bitig klingen, tun ihr übriges. Umbau ist angesagt, ein dickes Mackie als Kompressor dazwischen, über die Monitorbox werden wir noch reden müssen. Die Nacht aber war längst hereingebrochen, selbst im Untergeschoß. Ende Tag Eins. Let’s start properly tomorrow.

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