Listening Wind (pt.1)

by ikreidler

»This rests on a total false conception of Analysis. Analysis is actually all about discovering problems, so that you can get closer to them. Because your problems are like the evening starlits for a sailor«
(Dr. Ruth)


Momus bei Image Movement. Natürlich, weiss ich, was ich sagen will. Und natürlich bin ich wieder mal viel zu nervös. Ich frage Nick, ob er überhaupt möchte, dass ich eine kurze Einführung gebe. Er sagt, kündige mich bitte nur als »The Professor« an. Der Charakter, in den er sich für diese Performance kleidet. Huh, einfach. »Ladies and Gentlemen, dear All, tonight for you: The Professor.« Image Movement ist bis auf den letzten Platz besetzt, wir löschen das Licht, Spot an.

Nick Currie improvisiert eine universitäre Vorlesung. Fünfundvierzig Minuten lang erzählt der Professor von seiner verwickelten Beziehung zum Poeten. Zu einem Momus Soundtrack auf dem iPod. Die Spannungsbögen im Arrangement der Musik scheinen ihm dabei Anhalt zu geben: punktgenau wechselt er die Themen in seiner Erzählung. Das Licht wirft den Professor als düsteren Schatten an die Wand, so als würde ihm Zeit des Vortrags der Poet im Nacken sitzen.

Wir enden im dunklen Altberlin. Die hauptstädtische Variante vom Kölner Metronom. Die Luft ist ähnlich verraucht und alkoholschwanger, die Bierbar ist aber etwas größer, und die Musik leider kein Jazz sondern Blues. Wir sind in Berlin, und Nick bestellt Bier, Kartoffelsalat und Bulette. In einem Monat wird er sich verabschieden. Endlich Japan, sagt er. Osaka, nach zig Anläufen. Wahrscheinlich werden wir uns dann öfter sehen, als bisher.

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