Flesh for Fantasy

by ikreidler

Dann ging ich zu Maximilian Zentz Zlomowitz, was mich wieder erdete.

Mit einer Einzelausstellung in der Galerie Micky Schubert im Hansaviertel, dieser End-50er Jahre Utopie eines urbanen Lebens. Dieser Möglichkeit einer Insel. Diesem Barbican-Center der Mauerstadt. Ashes to Ashes, Flesh to Flesh.

Maximilian Zentz Zlomovitz macht keine Kompromisse mehr. Wo er bisher in den Raum hinein gearbeitet hat – so beispielsweise bei seiner Installation für Supportico Lopez, zu der ich den Soundtrack beigetragen hatte –, da arbeitet er jetzt den Raum. Und wenn es groß sein muss, dann muss es eben groß sein. Und wenn es kostet, dann koste es, was es wolle.

Er setzt uns gnadenlos in einem bebenden, lebenden Stahlkörper aus. Auf eine ähnliche Art ohne Trost wie Kathy Wilkes Arbeiten. Nur nicht von dieser bösen Zerbrechlichkeit, sondern, let’s name it, männlicher: man spürt eine ähnliche Macht und Erschütterung wie, wenn man mal ein paar Minuten in einer Stahlskulptur von Richard Serra verharrt. Aber natürlich ist Maximilians Universum ein anderes. Es ist das Bersten in den Texten von J.G. Ballard, es ist der Todesstern ohne Hollywood. Es ist, wie wenn Stanley Kubrick Star Wars verfilmt hätte und Crash David Cronenberg.

Der Seitenraum, in den man durch einen Lüftungsschlitz blicken kann, war mir zuerst ein Hauch zu konkret. Zu geschwätzig. Er schien zuviel zu erklären. Das Geschwätzige steigerte sich später dann aber in meinem Kopf zu einem unangenehmen schnatternden Schmatzen, nicht von dieser Welt, sondern aus einem Lovecraftschen Paralleluniversum. Und da begriff ich, dass dieser Seitenraum wie ein Nagel funktioniert, an dem man die ganze Galerie an der Wand aufhängen kann, wo sie dann einen Moment auspendelt, bis sie schliesslich zur Ruhe kommt.

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