Tag 13

by ikreidler

Der dreizehnte Tag. Wir haben unser Budget längst überschritten. Nicht, dass wir uns damit etwa in schlechter Gesellschaft befänden. Einfach nur als Tatsachenbehauptung: Wir haben unser Budget längst überschritten und lassen das Band weiter rollen. Alex, Hannes und Andreas ernähren sich – von links nach rechts – nur noch von Weiße Nil/Pilsner Urquell, Rote Gauloises/Pilsner Urquell und Gelbe American Spirit/Erdinger Alkoholfrei (Autofahrer). Gas Giant klang aufgeräumt und räumlich und etwas, was die Band als dreamy bezeichnet. Mehr dreamy oder weniger dreamy oder mehr oder weniger dreamy. Wir sind uns uneins. Und was heißt das überhaupt. Im Berghain im Berghain über die Funktion One gab es wenig Grund zur Beschwerde. Nun im Update pumpen Detlefs Spuren ordentlicher und Thomas Toms haben weniger Bauch. Der Raum öffnet sich nach hinten in die Tiefe, ohne jetzt Surround sein zu wollen. Aber Stereo war gestern. Wir machen eine Ohrenpause.

Und während Hannes auf seiner Gaccia drei Tässchen Kaffee zubereitet (Korrektur: wir ernähren uns von Zigaretten, Bier und Espresso), berichtet er von der Unterhaltung mit einem Bekannten, der vom Übergang von Mono zu Stereo erzählt hatte, und wie er damals mit seinen Freunden atemlos unter dem Kopfhörer Musik gehört habe. Atemlos Töne wie nie zuvor gehört habe. Stereo, man hat in der Regel ja auch zwei Ohren, natürlich Stereo. Wie belanglos der Übergang zu Surround da war, weil das ja unserer Wahrnehmung des öffentlichen Raums entspricht, dann im Kino passierte und da bis heute nur nervt, weil der Blick ja auf die Leinwand gelenkt wird, die Hubschrauber aber unentwegt um einen herum kreisen, aber natürlich war Surround auch lange vorbereitet in der Kunstmusik, Anfang des 20. Jahrhunders in der freien E-Musik wiederentdeckt, als Skurrilität bei Eno, aber eigentlich bereits ein halbes Jahrtausend vor unserer Zeit, schon vor der Venezianischen Mehrchörigkeit. Surround war immer da. Stereo war neu.

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