Tag 14

by ikreidler

Back in the beauty room. Saal wird das strengste Stück auf unserem neuen Album werden. Es bedarf noch ein paar einfacher Handgriffe. Nach kaum einer Stunde ist es erreicht:

Ein Gang durch das Schloß von Versailles. Auf der Pfaueninsel. Es ist menschenleer. Etwas zu hell. Das Licht, aber auch die Farben. Die Spiegel blenden. Rückprojektionen: ein Dreivierteltakt. E. T. W. Hoffmann wiegt sich im Walzerschritt mit dem Sandmann. Mit seinem Sandmann. Als die Realschule noch Buchhandlung hieß. Die Geschichte, die erzählt wird, ist keine schöne. Aber so ist das Leben. »Warum nicht ich.«

New Earth, der Eröffnungssong, verlangt am meisten nach Arbeit. Mach es dumpfer, Hannes. Die Version ohne Bassdrum war eine Idee. Leider entpuppte sie sich beim Zuhausehören als weniger radikal, als sie gelesen klingt. Wir stimmen also die Kick auf A minor. Die Mpc-Spur hangelt sich durch das Stück gehend vom G den Halbton hoch. Donnerstag Re Mittwoch Fa Sonntag. Wir kriegen die Festsaal Kreuzberg Aufnahme nicht aus dem Kopf. Und da soll es hin. Aber in gut. Und es ward gut. Kurz vor Sieben. Bevor der Bioladen schliesst, war es getan.

Unser letzter Programmpunkt ist die Kür. Wir öffnen das Siegelwachs auf Thomas Brief. Heraus fällt ein Zettelchen, darauf eine mit Bleistift gekritzelte Nachricht in winzigen Buchstaben. Er fällt ein gnadenloses Urteil: »Da gibt es auch noch Potential.« Nun gut. Das kitzeln wir heraus. Und damn wurde es ein früher Feierabend.

Im Würgeengel widmen wir uns Makers Mark und dem Столичная. El Ángel exterminador, das klingt schon nach Übermorgen: Mexiko, wir kommen!

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