Finally product

by ikreidler

Ein Pappgewerke im Querformat. Mit einem versilberten Buttermesser aus der Zeit des Biedermeier öffne ich vorsichtig die Verklebung. Heraus purzeln 10 CDs in Juwelenumhüllung. Hurra! Auf den Tag genau fünf Tage nach dem Halbzeug Tank Promo-Cd ist auch schon das Endprodukt angekommen.

Mit einem heißen Griff löse ich die Folie, öffne das Tray und zücke die Coverversion:

»Double Reality» lacht mich an.

»Das ganze Programm, also«, hatte Gunther den Entwurf nachgefragt, dabei verengte er seine Augen  wie James Stewart in High Noon. Das ganze Programm, antwortete ich und zog mir meinen fliederfarbenen Vaquero-Hut tiefer ins Gesicht.

Und dann sprachen wir über 180 Gramm Vinyl, bedrucktes Innencover und matten Aussenkarton mit partieller Lackierung.

Bevor ich mich dem Anordungsproblem widmen kann, klingelt es an der Tür. Die Vorsehung will, dass es Andro ist. Ich setze mich wieder. Die Krücken im Anschlag weise ich auf den schwarz schimmernden Stapel Tonträger.

»Wow, schon da!«, Andro ist begeistert.

»Und, welche Katastrophen beim Druck?«, Andro ist Profi.

»Der Kreidler-Grafiker hat einen Punkt vergessen«, antworte ich und wirble ihm mit meiner Gehhilfe einen Silberling aus der Hand: »und das Presswerk hat aus mysteriösen Gründen beim Cd-Siebdruck den Schrifttypen geändert.« In der Tat. Ich hatte es eben selbst nochmals geprüft. Natürlich waren alle Schriften in der pdf-Datei eingebunden. Und bei den Promo-Exemplaren hatte es mit dem gleichen Dokumententyp nun mal auch keine Probleme gegeben. Anruf beim Presswerk, die den Fehler bei sich finden. Anständiger Weise. Und die Auflage neu pressen und austauschen werden.

Ich gebe Andro dennoch drei Cds mit. Die anderen kommen in den Raritäten-Safe, wo sie neben der Riva – Cassette, zwei Kookaï Singles, vier Mort Aux Vaches Halbbootlegs und einer Anpressung der Fechterin Maxi mit dem HipHop Stück auf der B-Seite vor sich hinreifen werden.

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