Vinylly product

by ikreidler

»Finally it has happened to me.
Right in front of my face.
My feelin’s can’t describe it«

(Ce Ce Peniston, Finally)

Wir kennen das Spiel. Vibrationsalarm zu nachtschlafender Zeit.

Im Rheinland gehen die Uhren anders. Die Postbeamten sind seit dem ersten Hahnenschrei auf ihren Diensträdern unterwegs. Hier wird gemäß des strengen Reglements der einfachen Landbevölkerung gelebt. In den eng geschnittenen Uniformen mit Ehrenabzeichen der Landeshauptstadt liefern sie bereits Brief- und Paketwaren aus, wo in der entfernten Hauptstadt auf Befehl des Königs noch jeglicher Verkehr ruht.

Vibrationsalarm. Eine Textbotschaft von Detlef: »Kreidler Vinyl wow!!!!«

Nur Sekundenbruchteile später muss er sein Grammophon angekurbelt haben: »Klingt so viel besser als die Cd! Ziemlich fett! Cover: atemberaubend schick!«

Wie kann ich mich diesem Jubilieren nicht anschliessen? Nur weil die Zustellung an meine Adresse auch dieses Mal auf sich warten lässt?

Wie es die Vorsehung will, sitze ich ein paar Stunden später bei Andro Wekua am Tisch. Neben dem Prinzen im Pantherfell, Hendrik Weber. Auch er kennt das, von allen Seiten werde ihm von seinem neuen Tonträger erzählt, während er selbst noch kein Exemplar in den Händen halte. Wir einigen uns darauf, wichtig sei schließlich das Wissen darum, dass die Platte da draußen ist. Angekommen ist.

Als ich um drei Uhr morgens den Haustürschlüssel umdrehe und anschliessend die Telefonrechnung für Nick Mauss aus dem Briefkasten fische, wird mir noch etwas klar: mit einem Tonträger verhält es sich wie mit einem Brief, er erreicht immer sein Ziel.

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