Kasseler mit Rippchen

by ikreidler

Kurz hinter Göttingen. Wir gleiten an einem hübschen Umspannwerk vorbei. In der satten Frühlingssonne  vibriert die Luft  vor Elektrosmog. In direkter Nachbarschaft liegt die gepflegt aufgeräumte Anlage einer Justizvollzugsanstalt. Wir blicken von oben auf das Szenario. Filmbild. Mensch auf Stuhl. Britzeln. Ein Kaleidoskop von Farben. 

Wilhelmshöhe, wir nehmen das Taxi zum Hotel, Nachkriegstristesse, Phosphorbomben auf Fachwerk gefüllt mit
Zivilbevölkerung
Ausmerzen,
Britisches Flächenbombardement. Im Hotel Grauer Hof wirft Nika das Telehor an, wir sehen entsetzende Bilder aus Japan; ich hatte nachts zwar etwas von Erdbeben gehört, aber das klang eher mal nicht ungewöhnlich, für dieses Land, das nur aufgrund von Plattenkonfusionen existiert. Short message von Kaoru, aus Tokyo, er sei okay, aber zu Yukiko habe er keinen Kontakt; noch bevor ich zu Andros Eröffnung gehe, kommt aber zumindest von ihm Entwarnung. Düstere Architektur eines neu gebauten სოხუმი, einer der Regionalhauptstädte Mediterraniens. Verbotene Zone, lachende Delphine, sich überschlagende Gesichter, der offene Film und das geschlossene Drama: Superstar-Ausstellung, Teenage Daydream. Wer war nochmals Jeff Koons, wo feiert Michael Jackson. Und wie.

Die Clubnacht gerät zum konzentrierten Pingpong, immer das wieder in die richtige Richtung schieben, was der Resident DJ auf seine Seite ziehen will. Umgebaute Tankstelle, jenseits von Feuchtschwanger, ich habe beste Erinnerung an einen Kreidler Auftritt in der Lolitabar, 1996, auf dem Weg nach Berlin, in die Milchhöfe, wo wir Weekend aufnehmen werden mit Bernd Jestram. Wir suchen die Bar, Andro macht Liegestütze auf offener Straße, Lolita ist Teil eines gruseligen Playa del Ingles Vergnügungsareals geworden, Abfahrt galore, Teenage Angst, für einen letzten Schnaps und dann Hoteltaumel.

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