Aachenmai

by ikreidler

Aachen, Stadt des kräftigen Mannsbildes, Stadt des Maschinenbaus und des Tivoli. Stadt im Bermudadreieck. Wie poetisch Du uns auf französisch anlachst: Aix-la-Chapelle.

Aachen, wann hatten wir uns zuletzt gesehen? War es tatsächlich Mitte der 1990er auf der Bühne eines Kinos bei einem Finlayson Abend? Und etwas davor, genau hier im Bunker, mit Deux Baleines Blanches, als der Konzertraum traurig leer blieb, und dann doch gerechterweise, weil die schöne Jugend ausschwärmen musste, eine Sammlung der Wikingjugend zu verhindern.

Aachen, Du offene Grenze, nicht mal ein Tankstellenhalt gönnt man Dir mehr, Du Vorbeifahrtstadt, auf dem Weg nach Europa, Brüssel, Paris, London.

Hier. Hast Du uns wieder.

Nach unserem kleinen Zwischenstop in einer Musikalienhandlung, wo wir uns mit allerlei Konsumgütern eingedeckt hatten, wurde der Stauraum im Fond unseres Fords weiter gedehnt. Detlef wird seinen Neuerwerb, den Moogerfooger Midi Murph, heute Abend einsetzen. Haunch of Venison, wohl. Ein sehr netter Soundengineer nimmt uns in Empfang und beginnt dann die P.A. mit gnadenlosester Rockmusik zu justieren. Er scheint damit auf uns gewartet zu haben. Ich verkrieche mich im tiefsten Backstage. Danach aber stellt er uns so einen kompakten Sound hin, dass ich gar nicht mehr von der Bühne runter will.

Das Publikum war auch heute sehr dankbar. Der Hut blieb auch heute im Karton. Wir spielten Doom Boys während des Soundchecks und Gas Giants im Set. Mosaik und Seltsames Glück als Zugabe. Ich an der Nebelkanone. Raucherclub. Stroboskopgeblitze schneidet durchs Lichtgewitter.

Nulluhrdreissig zurück nach Düsseldorf. Einuhrdreissig Einchecken. Zweiuhrvierzig Text posten. Siebenuhrdreissig Weckruf. Achtuhrfünfzehn Abfahrt.

Der Glamour liegt zwischen den Zeilen.

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