Parole ./. Segnale

by ikreidler

Als ich an den 700 Worten für Miki Yui arbeitete, Worte statt Zeichen, parole invece di segnale, wo zählt man Worte? – richtig, mein Auftrag lautete, Schreibe in Englisch, wurde ich an den Katalog »Autos« von Andreas Schulze erinnert.

Vor etlichen Jahren, im Januar 2007, damals noch im Rheinland, in Köln, in der Südstadt, auf der Wormser Strasse 23, hatte Agnes Kornas, eine Mitarbeiterin der Galerie Monika Sprüth, mir den kleinen Katalog in die Hand gedrückt. Für Nika. Ich versprach ihm zuhause, dass ich ihm zum Einschlafen daraus lesen werde. Das Vorlesen wurde ein Durchblättern und Bilder Angucken, Autos, da kannte Nika sich bestens aus, er war damals vier Jahre alt, und wir versuchten zu raten, welche Modelle dem Maler wohl als Inspirationsquelle gedient haben für seine knuffelig verdötschten, verbeulten Bildfindungen. Man spürte jedem Gemälde den Spaß an, den ihm das Zurechtrücken, das vorsichtig Farbfläche an Farbfläche setzen, gemacht haben musste. Andreas Schulze at its best, selbst in der Reproduktion war hier Lebensbejahung pur, eine cremige, leicht nach Leinöl riechende Ode an den Fortschritt, an die Automobiltechnik, ein Lob der Menschheit.

Zum Ende des Katalogs hin dann doch ein Text. Ein Text von Marcus Steinweg, ein Text über das Fahren. Natürlich kein Virilio-Quatsch sondern eine kurze Vignette, wie Lacan ordentlich Gas gibt und Heidegger das Fürchten lernt. Wenn Sie verstehen. »Autofahren mit Lacan«.  

Daran musste ich jetzt wieder denken beim Verfassen meines Katalogbeitrags zur Klaus Dinger Ausstellung in Düsseldorf. Zu dem mich Miki Yui eingeladen hatte. Ich wollte anhand verschiedener Situationen, die alle mit Autos, Verkehr und Fahren zu tun haben, und die ich mit Klaus erlebt hatte, oder von denen er mir erzählt hatte, von ihm erzählen. Und wo Marcus Text Philosophie atmet, da pluckert und tuckert in meinem natürlich die Musik. 

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