Boiler Room

by ikreidler

»Sally chrome boy chrome,
Sally chrome boy chrome«
(T Rex, Sally Chrome Boy)

Flexender Funkenflug stiebt um meinen ehemals Berliner zweitliebsten Flughafen. Dieses gleißende Schneiden kriegt Helios Creed auch mit dem zusammengewürfeltem Etwas hin, das er neuerdings Chrome nennt. Natürlich sieht er am Besten aus, ein dunkler Solitär in eisendrahtigem Junkie Cowboy Look. Unverständlich zischend majestätische Ansagen. Kreissäge durch Metal. Zwischendurch aber, wenn der Sound ins Loolapaloozarockige abdriftet, wird seine Führungsschwäche offenbar. Und dann tut auch die lasche Kleiderordnung weh, die Band in bunten Fan-T-Shirts ihrer anderen Projekte, und dann tun auch die Keyboardtürme weh, wo doch ein einzelnes Korggerät oder Yamaha oder Kurzweil bessere Dienste tun würde, und dann versteht man auch, wie sehr Damon Edge fehlt, und die mäßig gefüllte Halle, wo Chrome doch ein Postpunkereignis sondergleichen sein könnte. No Boiler Room here. Lässt mich an Jochen Diestelmeyer denken und an das zusammengewürfelte Socken in Sandalen tragende Etwas, das er, der er natürlich auch grandios aussah, zuletzt seine Band nannte (bevor Pringles, die Spartakbank, Isana Arztseife, oder war es Theater Heute, mit dem Cheque wedelte). Große Diktatoren wie Ralf Hütter lachen nur laut, und so macht den aufgequollenen Pensionärskörpern zum Trotz dank strikter Hand Kraftwerk immer noch Staat.

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